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4. Mai 2005

Genomik des Übergangs - vom Ich zum Wir


Erstes Genom einer sozialen Amöbe - Dictyostelium discoideum - veröffentlicht

Soziale Amöben sind eine Gruppe von Bodenmikroorganismen an der Grenze zwischen einzelligem und vielzelligem Leben. Bei Nahrungsknappheit bilden bis zu 100.000 einzellige Amöben einen vielzelligen Verband, der sich letztendlich in einen Fruchtkörper umformt, in dem sich Zellen (Stielzellen) opfern, um das Fortbestehen der anderer Zellen als Sporen zu sichern. Evolutionär betrachtet reicht die Entwicklungslinie der sozialen Amöben bis an die Basis der Aufspaltung in Planzen, Pilze und Tiere und kann deshalb die Ursprünge der Entwicklungsgeschichte komplexer Lebensformen beleuchten. Im biomedizischen Labor ist ein Vertreter dieser Gruppe - Dictyostelium discoideum - seit mehr als 50 Jahren Modellorganismus für die Erforschung grundlegender zell- und entwicklungsbiologischer Fragestellungen, wie Zellbewegung, Signalübertragung, Differenzierung und „programmierter“ Zelltod.

Wissenschaftlern des Instituts für Biochemie I der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln und des ehemaligen Instituts für Molekulare Biotechnologie (IMB) in Jena - jetzt Leibniz-Institut für Altersforschung- Fritz-Lipmann-Institut (FLI) - ist es nach mehrjähriger Arbeit gelungen, gemeinsam mit Gruppen aus den USA und UK das Genom von Dictyostelium discoideum zu entziffern. Im Rahmen der Initiative der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) "Sequenzierung von Genomen kleiner Organismen" haben die deutschen Forscher mehr als die Hälfte des rund 34 Millionen Bausteine umfassenden Genoms analysiert.


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